FAQ - Häufige Fragen

 

Hier finden Sie Informationen zu Themen wie Farbherstellung, Farbgebung, Malerei, Techniken, Kunst, Architektur, Künstlern, Epochen, Stilrichtungen und vieles mehr.

 

    D   E   F   G    I    K    M    O   P    R   S   T   U   V    XYZ

Abwalmen:

Herunterführen des Dachs über die Giebelseiten.

 

Abakus:

Quadratische Abdeckplatte über dem Kapitell.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Abhängling:

Herabhängender Knauf am Schnittpunkt der Gewölberippen (verlängerter Schlußstein).

 

Acrylfarben:

Acrylfarben, -lacke oder -anstriche basieren auf Kunststoffdispersionen. Sie sind häufig wasserverdünnbar und trocknen zu einem wasserfesten Film aus, es gibt aber auch Lösungsmittelbasierte Acryllacke. Die auf der Basis von polymerisierten Acrysäure-Estern hergestellten Lacke sind zuerst um 1950 in den USA, später auch in Europa von Künstlerfarbenfabriken für den Gebrauch in der Malereii hergestellt worden.

 

Adamstil:

Architektur geprägt von Robert Adam (1728-1792).

 

Adobe:

traditionelle Lehmziegel, verwendet in Spanien und Lateinamerika (sonnengetrocknet).

 

Adyton:

Das Allerheiligste des griechischen Tempels. Außer der Cella galt manchmal der Opisthodomos als Allerheiligste.

 

Agiographie:

Heiligenlegende, die sich auf das Leben oder Wirken eines Heiligen bezieht.

 

Akrolith:

Statue aus Holz, wobei die Extremitäten und der Kopf aus Marmor gestaltet sind.

 

Akroterion:

Ornamentale oder plastische Giebelverzierung antiker Tempel und Grabmäler.

 

Allegorie:

Bildhafte Darstellung oder symbolische Darstellung einer abstrakten Gegebenheit.

 

Ambulatorium:

Fortsetzung der Seitenschiffe um einen Chor oder eine Apsis, bietet Raum für Prozessionen um das Sanktuarium oder den Altarraum.

 

Anfänger (Kämpferstein):

Der erste Stein eines Bogens oder Gewölbes, der auf dem Kämpfer ruht.

 

Ante:

Verlängerung der Cella-Seitenwände deren Stirn zum Antenpfeiler verstärkt ist.

 

Antefix (Stirnziegel):

In der griechischen Baukunst bemalte Tonplatte zur Verkleidung der Traufe.

 

 

 

 

 

 

 

 

Apokrive:

nicht offiziell anerkanntes Dokument mit sakralem Charakter

 

Apsis:

Architektonische Struktur; meist halbrunder, mit Halbkuppel überdeckter Raum; ursprünglich Platz der Geistlichen und Presbyter, später Teil des Chors und meist Altarraum. Oft der gewölbte Schlußteil eines Mittel-, Quers- oder Seitenschiffs.

 

Architrav:

In der griechischen Baukunst der waagrecht auf den Säulen aufliegende Balken (siehe Graphik). Allgemein der waagrechte Schlußbalken, der in der griechischen Architektur auf Säulen, in der römischen und abendländischen Architektur aber auch oft auf Pfeilern und Bogenstellungen.

 

Archivolte:

a) Die meist bandartig abgesetzte Stirn dienes Rundbogens.
b) Der Bogenlauf im romanischen und gotischen Gewändeportal, sie bilden hier dir Fortsetzung und den Abschluß der Gewändegliederung nach oben und sind häufig mit Figuren besetzt.

 

Arkade:

Bogenstellung über Pfeilern oder Säulen, in fortlaufender Reihe. Auch Bezeichnung für einen Bogengang. Laufgänge mit offenen Bogenstellungen, die unter dem Dachansatz romanischer Kirchen, z.B. an den Apsiden und Türmen zu finden sind, heißen Zwerggalerie .

 

Arkosolio:

Mit einem Bogen umrandete Nische als Begräbnisstätte in einer Katakombe.

 

Art Deko:

Kunststil in den Jahren nach 1920, ausgehend von einer dekorativen Kombination von Elementen des Klassizismus, der Gotik und des Barock. Gebäude wurden uft außen mit glasierten Ziegeln und Polychromarbeiten versehen.

 

Atrium:

Offener Innenhof, der von allen Seiten mit Dachflächen umgeben war. In größeren Häusern war das Atrium oft mit Kollonaden ausgestaltet. Ursprünglich war das Atrium das Kernstück des römischen Hauses. Vor allem bei frühchristlichen und mittelalterlichen Kirchen wurde ein von Säulenhallen umgebener Vorhof als Atrium errichtet (Hinweis auf Paradies, bzw. als Sammlungsort für Pilger).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Attika:

Niedrige Mauer über dem abschließenden Kranzgesims eines gebäudes, oft um ein Dach zu verdecken. Seit der Renaissance wurde die Attika auch als Ballustrade gebildet und mit Statuen besetzt.

 

Auskragung:

Das Vorspringen, Vorkragen, eines Bauteils, z.B eines einzelnen Steins (Kragstein), von Gesimsen, von Erkern oder einzelnen Stockwerken aus der Wand.

 

Azulejos:

Bunte Kacheln, von Mauren nach Spanien gebracht und bis heute als Baukeramik im Einsatz.

Baptisterium:

Bauwerk mit Wasserbassin (Piscina) zum Vollzug des Taufaktes.

 

Barock:

Ist ein ursprünglich als Schimpfwort gedachter Begriff, der um 1840 geprägt wurde. Der italienisch-französisch-portugiesische Mischbegriff läßt sich mit “unregelmäßig” oder “schief” übersetzen. Barock - als Begrifflichkeit - steht dabei für Überladenheit, Schwülstigkeit, Verschnörkelung. Das Barock hat die Namensgebung seinen ideologischen Gegnern zu verdanken. Diese entstammen der Tradition des Klassizismus, der viele Elemente der Renaissance-Zeit wieder aufgreift. Demgemäß sprechen die Verächter beim Barock auch von einem “Verfall der Renaissance” Von anderen wird bereits kurze Zeit später fast das genaue Gegenteil behauptet: Barock sei die Weiterentwicklung der Renaissance, also eine Art Verbesserung, Perfektionierung der Renaissance.

 

Keine der beiden Aussagen ist falsch, so ursprüchlich die Aussagen auch wirken. Gegen die Weiterentwicklungstheorie spricht Folgendes: Während sich die italienische Renaissance auf Vorbilder der römischen Antike beruft, stellt sich das Barock in seiner Gesamtwirkung eigenständig dar. Wie bei der Gotik drängt sich der Eindruck einer Neuschöpfung auf. Beim Vergleich zwischem gotischem und barockem Schaffen wird deutlich: Nichts kann gegensätzlicher und unverträglicher miteinander wirken. Es fehlt das bindende Element, es mangelt an einer gemeinsamen Philosophie.  Und zwar, weil in beiden Fällen keine Berufung auf eine vorbildhafte, weiter zurückliegende Epoche deutlich wird. Beide Stile, Gotik wie Barock, haben unerhört Neues geschaffen, ohne sich grundlegend an etwas Bestehendem orientiert zu haben.

So weisen Gotik und Barock besondere Unterschiede zu Romanik, Renaissance und Klassizismus auf. Romanik und Renaissance treffen sich beim altrömischen Rundbogen. Renaissance und Klassizismus haben als gemeinsames Bauelement das griechische Giebeldreieck. Und der aufklärerische geistige Hintergrund des Klassizismus ist nichts weiter als die Fortentwicklung des humanistischen Denkens von Freigeistern, Künstlern und Intellektuellen aus der Renaissance Epoche. Für die Weiterentwicklungstheorie sprechen die faktisch nachvollziehbaren Übergangsformen zwischen Renaissance und Barock. Berühmtestes Beispiel: Der Petersdom zu Rom.

 

Beispiel: S. Agnesa auf der Piazza Navona (Rom)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Basis:

Fuß von Säulen oder Pfeilern.

 

Bema:

Bühne der Presbyter in der Apsis frühchristlicher Kirchen.

Beschlagwerk: Ornamentale Band- und Leistenfiguren. Heben sich die Bänder durch Einrollen vom Grund ab, spricht man von Rollwerk.

 

Bewehrung: (Armierung)

Rundeiseneinlagen in Stahlbeton für hohe Belastungen vorgespannt (Spannbeton)

 

Bindemittel: 

Zur Herstellung einer Farbe wird ein Pigment mit einem Bindemittel verrührt und nach dessen Erstarrung auf einem Malgrund festgehalten. 

 

Blendarkaden:

Einer geschlossenen Wandvorgeblendete (vorgelegte) Bogenreihen (90).

 

Blumenmalerei:

Die Historie der Blumenmalerei zeigt, dass diese Motive sowohl dekorativen als auch symbolischen Charakter haben können. Das selbständige Blumenbild gibt es in der abendländischen Malerei erst seit dem 16. Jahrhundert.
Die Renaissance entdeckt das Blumenbild neu. Bekannte Beispiele hierfür sind die Aquarellwerke von Albrecht Dürer.
Besonders beliebt waren Blumendarstellungen und Stilleben mit Symbolcharakter später nochmals in der niederländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts.

 

Campanile:

Freistehender Glockenturm italienischer Kirchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cella:

Hauptraum des antiken Tempels, der das Götterbild barg: von den Griechen Naos genannt.

 

Cimborium:

Kleiner Gebäudeteil auf quadratischem Grundriß, errichtet auf 4 Säulen um einen Altar zu überdachen.

 

Chor:

Ursprünglich der für den Klerus reservierte Platz in Kloster- und Domkirche später Bezeichnung für den Hochaltarraum jeder Kirche. Chorumgang: (Deambulatorium) Umgang, der durch Weiterführen der Seitenschiffe entstand. Dem Umgang kann ein Kapellenkranz vorgelegt sein.

A

B

C

 
 
 

D

Dienst:

Lange, dünne Viertel- bis Dreiviertelsäule, die, einem Stützglied vorgelegt, die Last eines gotischen Gewölbes aufnimmt.

 

Dorische Ordnung:

Erste und einfachste der klassischen Säulen Ordnungen. Sie besteht im Prinzip aus einer Säule, die im Allgemeinen auf einer Basis steht, und einem Kapitell, das das waagrechte Gebälk trägt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dürer, Albrecht:

Maler, Graphiker - Nürnberg, geb. 21.05.1471, gest. 06.04.1528.
Die in der dt. Spätgotik wurzelnde Kunst Dürers ging aus der Überlieferung des mittelalterlichen Handwerks hervor. Dürer war der erste dt. Künstler, der mit der wachsenden Bewußtheit der Renaissance die Grenzen des Handwerkes überschritt, indem er eine Erneuerung d. Kunst durch die theoretische Erkenntnis ihrer Formgesetze erstrebte. Werke: Feldhase, Wittenberger Altar (um 1495; Dresden Gemäldegalerie);Vier Apostel (1526 - Nähe zur Reformation)

 

 

Echinus:

Kissenartiger Wulst zwischen Schaft und Abakus des dorischen Kapitells.

Eingebundene Säule (Wandsäule) Einer Wand oder einem Pfeiier verbundene, nur teilweise vortretende Säule.

 

Eisenoxide:

Eisenoxidpigmente gehören zu den wichtigsten und am meisten eingesetzten Pigmenten. Sie sind besonders lichtecht, wetterfest und wasserunlöslich. In der Natur kommen mehrere Arten von Eisenoxiden und -hydroxiden vor.

 

Eitempera:

Pures Eigelb dient als Bindemittel der sogenannten Eitempera Farben. Eigelb ist ebenso wie Blut eine natürliche Emulsion, d.h. eine Mischung aus fettigen bzw. öligen Substanzen und Wasser. Das Eigelb wird bei der Farbherstellung mit Leinöl, Nelkenöl und Wasser gemischt bevor das jeweilige Pigment beigefügt wird.
Eitempera Farben besitzen eine starke Leuchtkraft und wurden bereits in der Ikonenmalerei eingesetzt. Es handelt sich um eine sehr alte aber durchaus modernen Ansprüchen genügende Methode der Farbherstellung.

 

Empore:

Tribünen- oder galerieartiger Einbau in Innenräumen; in Kirchen von seiner Zweckbestimmung und der Grundform des Baus abhängig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Enfilade:

Aufreihung von Räumen an einer durchlaufenden Achse (Zimmerflucht).

 

Entasis:

Sanfte, die Säule belebende Schwellung des Säulenschafts.

 

Epitaph:

Grabinschrift mit Würdigung des Verstorbenen (ital: epitaffo).

 

Exedra:

In der antiken Baukunst eine halbrunde oder rechteckige Nische, später auch Bezeichnung für die Apsis

E

 
 

F

Fächergewölbe:

Gewölbe mit Rippen, die fächerförmig vom Kämpfer ausgehen.

 

Farbstoffe:

Im Gegensatz zu den wasserunlöslichen Pigmenten sind Farbstoffe in Wasser oder anderen Lösungsmitteln oft löslich und färben Textilmaterialien wie Baumwolle, Seide und Wolle an. Beim Färbevorgang gehen die Farbstoffe chemische Verbindungen mit Atomen oder Atomgruppen der Stofffasermoleküle ein. Für die Färbung mit Farbstoffen ist kein Bindemittel notwendig.

 

Fiale:

Schlanke spitze Pyramide über Strebepfeilern und an Wimpergen.

 

Forum:

Marktplatz der römischen Stadt, analog zur Agora.

 

Fresko:

Malerei, die direkt auf den noch nicht getrockneten Putz aufgetragen wird. Beispiel siehe rechts: Michelangelo "Creazione di Adamo", Rom

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Fries:

Schmaler Streifen zur Gliederung und Verzierung von Bauteilen, beim Tempel der Gebälkteil zwischen Architrav und Gesims.

 

Galerie:

Im Hausbau längerer, erhöhter, einseitig offener Gang; im romanischen Kirchenbau schmaler Laufgang am Außenbau (Zwerggalerie); im Schloßbau des 17./18. Jh.s prunkvoller Festsaal.

 

Gebälk:

Oberer Teil einer Säulenordnung, bestehend aus Architrav, Fries und Kranzgesims.

 

Gebälkarchitektur:

Baukunst, die, wie etwa die griechische, auf dem Prinzip von Stütze und Last beruht, im Gegensatz zur Bogenarchitektur.

 

Gewölbe:

Gekrümmte Raumdecke aus Natur-oder Backstein.

 

Gopuralm:

Kunstvoll gestalteter Torturm südindischer Tempel. Griechisches Kreuz Kreuz mit Armen gleicher Länge.

 

Gobelin:

Gewebter Wandteppich, welcher nach der Färberfamilie "Gobelin" aus Paris benannt wird. 1662 wurde im Haus des Färbers Gobelin die königliche Manufaktur gegründet, welche große, zumeist farbenfrohe, Wandteppiche nach Entwürfen von Ch. Lebrun und anderen Künstlern fertigte. Der Name wurde später verallgemeinert, so nennt man auch Wandteppiche aus Brüssel etc. Gobelins.

 

Gotik:

Im Gegensatz zu den vielen bodenständig fest wirkenden Gebäudetypen der Romanik recken sich die gotischen Nutz- und Sakralbauten weit in die Höhe. Himmelstürmende Kathedralen. 

 

Selbst die Teilgebäude der Burgen - eigentlich Nutzbauten mit einem militärischen Zweck nach außen hin - wachsen jetzt ganz modebewußt mit schlanker Wirkung nach oben. Die Burgmauern sind keineswegs dünner geworden.

 

Aber zumindest bei den Höhenburgen bieten die als Burgplatz gewählten Felskegel keine Ausbreitungsmöglichkeit. Was nicht in die Breite gehen darf, reckt sich eben nach oben. Und da oben weht der Wind etwas kräftiger.

 

Glas ist ein teures Luxusgut. Durch die schmalen Fensteröffnungen zieht es häufig. Nur die Kemenaten bieten etwas höheren Lebenskomfort. Sie liegen, von Bergfried und Außengebäuden beschützt, im sicheren Innenbereich der Burg. Hier läßt sich die gesellschaftliche Gehobenheit nicht durch eine Berglage des eigenen Hauses demonstrieren. Demgemäß haben die Burgherren weniger Macht. Das mögen Sie durch einen besseren Wohnkomfort ausgeglichen haben.

 

Den ersten Schutz gegen Angreifer bietet bei einer solchen Niederungsburg der Wassergraben. Heute schützt das Wasser dieses Grabens nicht mehr vor militärische Angreifern. Es schützt vielmehr den Fortbestand der Gebäudemauern.

 

Diese stehen nur teils auf einer Motte (= einer frühmittelalterlichen Erdanhäufung zur Erhöhung des Burgareals). Vor allem im Außenbereich, direkt am Wassergraben wurden vielfach Holzbohlen und Stämme als Fundament-Grundlage verwendet. Fällt der Burggraben nun trocken oder ist das Wasser des Grabens zu sauerstoffreich, beginnt das uralte Holz zu faulen.

Das Fundament kann damit wegbrechen - und mit ihm die steinernen Zeugnisse der Vergangenheit. Aus dem bäuerlichen Bereich ist heute praktisch kein nennenswerter Steinbau mehr erhalten. Und die bis heute erhaltene Fachwerkgotik der Dörfer läßt sich schnell abzählen.

 

Möglicherweise war es ein Privileg der Herrschenden, mit Stein zu bauen. So jedenfalls hätte der Mangel an bäuerlichen Steinbauten aus der Zeit der Gotik schnell eine Erklärung gefunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Gurtbogen (Gurt):

Verstärkungsbogen, der zugleich die Gliederung eines Gewölbes in Joche betont, verläuft quer zur Hauptrichtung des Gewölbes.

 

G

 
 

H

Hallenkirche:

Langhauskirche, deren Seitenschiffe die Höhe des Mittelschiffs haben.

 

Historismus:

"In welchem Stil soll der Stuck denn nun dran?” Das sollen, einem Schwank zufolge, die Bauhandwerker den preußischen Baumeister Schinkel zum Ende der Maurerarbeiten an einem Rohbau gefragt haben.

Schinkel war nicht nur die Gallionsfigur eines ästhetisch ausgewogenen preußischen Klassizismus, sondern im Auftrag des Königshauses Hohenzollern ebenso für zahlreiche Bauten in historizierenden Neostilen verantwortlich.

 

Diese Bauten fand man dann vor allem im im landschaftsromantischen Rheinland, nachdem dieses im Wiener Kongress Preußen zugeschlagen worden war.

 

Als Auftraggeber fungierte in erster Linie der “Romantiker auf dem Thron” Friedrich Wilhelm IV. Das neogotische Schloß Stolzenfels, von dessen Burgencharakter nur noch der mittelalterliche Grundriß blieb, zeugt von der idealisierend-verfälschenden Mittelalter-Vorstellung dieses Königs.

 

Die Rückbesinnung auf frühere Stilepochen setzt - als Gegenreaktion zum versachlichenden, “vernünftigen” Klassizismus  - um 1815 ein.

 

Möglicherweise geschah dies aus dem emotionalen Hintergrund heraus, dem “französischen Importprodukt Klassizismus” Paroli zu bieten. Wenn die Eroberungsfeldzüge Napoleons I. eine wichtige Grundvoraussetzung dieses Imports waren, so ergab sich die klassizistische Stilbildung selbst im engen gesellschaftlichen Zusammenhang mit dem Gedankengut der Französischen Revolution.

 

I

Impressionismus:

Der sich in der zweiten Hälfe des 19. Jahrhunderts in Frankreich entwickelnde Stil des Impressionismus von Claude Monet (1840-1926), Auguste Renoir (1841-1919) und Edgar Degas ist im Gegensatz zur zeitgenössischen Malerei keine Kunst der Nachahmung im Sinne einer wirklichkeitsgetreuen Abbildung. Vielmehr ist er eine neue Art des Einfangens und Malens sensueller "Eindrücke", des Festhaltens von Sinneseindrücken auf der Leinwand. Was die Impressionisten interessierte, war nicht das Objekt als solches, sein Wesen oder gar das abstrakte Ding an sich - die Wesensschau wird erst wieder für die Expressionisten wichtig - , sondern seine Erscheinung, seine atmosphärische Hülle in der subjektiv wahrgenommenen Welt des Betrachters.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In mehrfacher Abkehr von der konventionellen Malweise - Abkehr von der Komposition im Sinne einer geometrischen Idealfiguration der Bildelemente, Abkehr vom erzählten Inhalt eines Bildes, Abkehr vom Malen im Atelier - wandte sich der Impressionismus in einer neuen gleichwertigen, gleichwertenden Ordnung von Massen, Farben und Flächen dem reinen visuellen, rein sinnfälligen Phänomen zu. Im Gegensatz zur herkömmlichen akademischen Kunstgestaltung wird nun hauptsächlich im Freien unter den Bedingungen des natürlichen Lichts gemalt und die Landschaft in ihrem momentanen Seheindruck festgehalten.

Der Impressionismus breitete sich rasch über die Grenzen Frankreichs aus und entwickelte sich zu einem internationalen Phänomen, zu dem in Deutschland Maler wie Max Liebermann, Max Slevogt und teilweise Lovis Corinth gezählt werden.

Inkrustation: Einlegearbeit von farbigem Stein in Stein.

 

Insula:

Mieteblock in der römischen Architektur.

 

Ionische Ordnung:

Zweite der klassischen Säulenordnungen

 

J

Joch (Travée):

Raumabschnitt zwischen den Stützen einer Kirche einschließlich des entsprechenden Gewölbeteils.

 

Jugendstil:

Der Höhepunkt des Jugendstils lag um die Wende vom 19. ins 20. Jh. Wie bei vielen anderen Kunststilen sind seine Wurzeln vielfältig. Ganz allgemein läßt sich sagen, daß in der rasanten Industrialisierung der gesellschaftliche Hintergrund zu sehen ist. Das traditionelle Handwerk verlor seine starke Stellung und mußte der billigeren und massenhaften Fertigung der modernen Industriestätten weichen. Schon früh hatte es dazu Gegenbewegungen gegeben, vor allem in England, dem Ursprungsland der industriellen Revolution.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

William Morris (1834-1896) und seine Bewegung Arts and Crafts (Kunst und
Handwerk) werden dabei als wichtigste Vorläufer des Jugendstils angesehen. Die von Morris  begründeten Werkstätten sollten in Konkurrenz zur zerstückelten Industrieproduktion hochwertiges Kunsthandwerk am Leben erhalten. Baukunst, Malerei, Plastik etc. sollten sozusagen zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen und damit gleichzeitig eine neue Kultur hervorbringen.

 

In der Architektur hatten im Laufe des 19. Jh. neue Materialien wie Stahl, Eisen und Glas rasch Verbreitung gefunden. Die Vielfältigkeit des verwendbaren Materials ermöglichte neue Ausdrucksmöglichkeiten in Form und Farbe.

 

Der Mitte des 19. Jh. errichtete Bahnhof King's Cross Station in London und vor allem der einige Jahrzehnte später erbaute Eiffelturm waren Vorbilder, die von den Jugendstilkünstlern aufgegriffen und in ihrem Sinne umgestaltet wurden. Der Prager Industriepalast und der Hanavsky-Pavillon sind gute Beispiele dafür.

Nicht zuletzt war es die Suche nach einer neuen Identität in einer sich rasch verändernden Welt, die dem Bestreben der Jugendstilkünstler zugrundelag. Die historisierenden Stile wie Neogotik oder Neobarock entsprachen immer weniger dem Zeitgeist vieler Künstler, die nach einer neuen, eigenständigen Ausdrucksform suchten.

 

Nicht umsonst bürgerte sich in Frankreich dafür der Begriff Art nouveau (Neue Kunst) ein, der noch deutlicher als der Terminus Jugendstil die Aufbruchsstimmung beinhaltet. Kein Wunder, daß sich dabei rasch unterschiedliche Strömungen und Richtungen herausbildeten und unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt wurden. Wie jede Verallgemeinerung  ist die folgende Charakterisierung des Jugendstils daher etwas holzschnittartig, für das Verständnis dieser Kunstrichtung reicht sie allerdings völlig aus.

 

Fast durchgängig ist der Versuch zu beobachten, die Natur, welche in den wuchernden städtischen Ballungszentren zu verloren gehen drohte, in Kunst und Alltag zurückzubringen.

 

Zahllose Pflanzenmotive dominieren die ornamentale Gestaltung,hinzu kommt die Darstellung vieler Tiere. Die 'Natur als Vorbild' drückt sich auch in der Formensprache aus: Geschwungene, fließende Linien wie bei vielen Pflanzen stehen im Vordergrund. Die kunstvoll verflochtenen Ranken und Blüten im Werk des tschechischen Künstlers Alfons Mucha (1860-1939) stehen dafür.

 

Auf die Spitze getrieben hat das im Bereich der Architektur der spanische Architekt Antonio Gaudi (1852-1926), dessen einfallsreiche vielgestaltige Bauten - hauptsächlich in Barcelona - fast den Eindruck eines lebenden Organismus erwecken, losgelöst von ihrer steinernen Hülle.

 

Der Begriff der Schönheit wird zentral im Schaffen des Jugendstils. Die Art nouveau-Eingänge der Pariser Metro können ebenso unter diesem Blickwinkel betrachtet werden wie die Beispiele der 'Schule von Nancy', wo Künstler wie Emile Galle (1846-1904) komplette Häuser und Wohnungen bis ins Detail künstlerisch ausgestalteten. Häufig anzutreffen ist die  Verwendung symbolischer Gestalten. Das reicht von der Verwendung symbolträchtiger Tiere wie Adler und Eule bis zur Darstellung historischer Gestalten, die für bestimmte Tugenden oder Ziele stehen.

 

 

Kapitell:

Kopfstück von Säulen oder Pfeilern am Hauptpunkt der Stütze und Last.

 

Karyalide:

(Kore) Mädchenfigur, welche statt einer Säule als Trägerin des Gebälks dient.

 

Kassette:

Kastenförmig vertieftes, meist verziertes, Feld einer Decke oder Bogenlaibung (ital: cassettone).

 

Klassik:

Grundbegriffe, über welche sich "griechische Klassik" erschließen läßt, sind vor allem die klassische Skulptur und die Architektur. Das klassische Bild des weiblichen Körpers im Gewand und das "ideale" Bild des nackten männlichen Körpers sind Bezugspunkte späterer Kunstepochen bis in unsere Zeit gewesen, die als klassische Elemente kopiert wurden. Die vielzitierten Prototypen der Skulptur, zum Beispiel der Kanon des Bildhauers Polyklet, sind schwer zu rekonstruieren. Gleiches gilt auch für die damalige Architektur, vor allem der des weltberühmten Parthenons auf der Akropolis in Athen. Die Architektur der Klassik ist durch dreiecksförmige Giebelfriese, welche von Säulen getragen werden geprägt.

 

Kolossalordnung:

Säulenordnung, die sich über zwei oder mehr Stockwerke erhebt.

Beispiel für Kolossalordnung: Konservatorenpalast (Rom, Michelangelo)

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Klassizismus:

Der Klassizismus ist eine europäische Stilrichtung, welche sich an der Antike als Vorbild orientiert und so die Ideale einer vergangenen Zeit nachahmt. Die bedeutendsten Leistungen des Klassizismus entstanden auf dem Gebiet der Architektur. Die Anfänge liegen in dem vom italienischen Baumeister Andrea Palladio beeinflussten England. Charakteristische Vertreter der deutschen Architektur dieser Phase sind u.a. L. v. Klenze, F. W. Erdmannsdorff, F. Gilly und K. F. Schinkel. Als Gründungsbau des deutschen Klassizismus gilt das Schloss Wörlitz, Sachsen-Anhalt. Klassizistische Bauwerke zeichnen sich durch eine klare, elegante Linienführung aus. Die kubischen Baukörper wirken relativ schmucklos. Zu den hervorstechenden Details gehören freistehende Säulen und Kollonaden. Typische Merkmale der Fassadengliederung sind Dreiecksgiebel und vorgesetzte Säulenordnungen.

Auch in der Innendekoration vollzieht sich eine deutliche Veränderung. Häufig verwendetes Material ist Mahagoni, die Möbel erhalten wieder gerade, linear ausgerichtete Formen, das Schnörkelwerk des Rokoko weicht formenreinen Ornamenten, wie z.B. Palmetten, Perlstab etc. Formschön und bequem sind die rundum gepolsterte Bergère, Sofas und Stühle mit ovalem Rücken.

Die Stoffe werden leichter, Schleier- und Mousselingewebe werden ebenso verwendet wie Seidendamaste, Leinen und Baumwolle. Naturfarben werden bevorzugt. Gardinen sind bemustert und mit Posamenten besetzt. Musterung in Streifen und Medaillons in strenger Symmetrie. Querbehänge und geraffte Lambrequins sind typische Dekorationsformen.

Zeitgleich - und sozusagen dem Klassizismus untergeordnet - entwickelte sich das bescheidene, einfache Biedermeier (ca. 1815-1848), das sich als bürgerlicher Stil mit demonstrativer Schlichtheit mehr und mehr von den höfischen Vorbildern löste.

 

Kompositordnung:

Römische Säulenordnung, die ionische und korinthische Elemente vereint.

 

Konsole:

Vorkragender Tragstein, der als Basis für Dienste, Bögen, Gesimse u.a. dient.

 

Korinthische Ordnung:

Die dritte der klassischen Säulenordnungen.

 

 

 

 

 

 

 

Kreuzblume:

Plastisches Ornament an den spitzen Endungen gotischer Bauteile.

 

Kreuzgang:

Viereckiger, offener Hof mit überdecktem Umgang, welcher eine Klosterkirche mit den Wohnteilen des Klosters (der Klausur) verbindet.

Beispiel: Kreuzgang in S. Giovanni in Lateran (Kosmatenarbeit)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreuzgewölbe:

(Kreuzgratgewölbe) Gewölbe, welches aus zwei sich rechtwinklig durchdringenden Rundbögen-Decken entsteht.

 

Krypta:

Halbunterirdischer, meist unter dem Chor gelegener, Raum zur Aufbewahrung von Reliquien oder der Grabstätten.

 

Kunstdrucke:

Qualitativ sehr hochwertige Reproduktionen eines Werkes der Malerei, Grafik oder auch Fotografie. Seit Mitte der neunziger Jahre eroberten diverse neue Drucktechniken - z. B. für Drucke auf Leinwand - den allgemeinen Verbauchermarkt.
 

 

K

 

L

Labyrinth:

Gebäude, mit sich vielfach kreuzenden Gängen oder Irrgarten, benannt nach dem Garten, den - lt. grch. Mythos - Daidalos für den Minotaurus auf Kreta baute.

 

Landschaftsmalerei:

Findet sich in der abendländischen Kunst erste seit der Rennaissance in reiner Form. In symbolischer Form (heilige Landschaften) jedoch schon lange vorher verwendet.

 

Leinwand:

Gewebe mit typischer Bindung. Reinleinwand besteht ganz aus Flachsgarnen / Halbleinwand nur teilweise. Man unterscheidet nach Dichte und Feinheit: Grobleinen, Feinleinen und Leinenbatist, Rohleinen und Gebleichtleinen.

 

Leonardo da Vinci:

italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Naturforscher und Techniker (1452-1519). Das wohl bekannteste Werk ist die "Mona Lisa". Seine allumfassenden, seiner Zeit weit vorausliegenden, naturwissenschaftlichen Beobachtungen, vermochte er auch zeichnerisch darzustellen.

 

Licht:

Eine durch das Auge und andere Sinnesorgane vermittelte Empfindung der Helligkeit. Physik: Licht bereitet sich in Lichtgeschwindigkeit aus. Die Grenze des sichtbaren Lichtes liegt etwa zwischen 0,40 Mycrometer (violett) und 0,75 Mycrometer (rot).

 

Lithographie:

Steindruckverfahren

 

Lichtdruck:

Strahlungsdruck, Kollotypie, Phototypie

 

M

Maßwerk:

Aus Kreisteilen mit Zirkel konstruiertes, später frei geformtes gotisches Ornament.

 

Matrimoneum:

Galerie in der christlichen Kirche, für Frauen bestimmt.

 

Megaron:

Hauptraum des griechischen Hauses, speziell der Thronsaal in mykenischen Burgen.

 

Metope:

Feld zwischen zwei Triglyphen am Fries des dorischen Tempels.

 

Monolith:

Bauteil oder -form aus einem einzigen Stein.

 

Mittelschiff:

Der mittlere, von Seitenräumen flankierte Raum, einer mit mehreren Teilgebäuden entworfenen Kirche.

 

 

N

Naos:

Vgl. "Cella" - Hauptraum des antiken Tempels, der das Götterbild barg.

 

Narthex:

Vorraum in byzantinischen Kirchen; im Mittalalter allgemein eine abgeschlossene Vorhalle hinter dem Haupteingang.

 

Nase:

Vorspringende Spitze, welche durch das Zusammentreffen zweier Pässe bei gotischem Maßwerk entsteht.

 

 

O

Obergaden:

(Licht-, Fenstergaden) Der über der Bogenstellung des Mittelschiffs einer Basilika sich erhebende Wandabschnitt mit den Hochschiffenstern.
 

Ölfarben:

Bestehen grundsätzlich aus Pigmenten (z.B. Eisenoxide oder Ultramarin) und
dem Bindemittel Leinöl. Zur speziellen Anwendung von Ölfarben werden noch weitere Öle benutzt, so z.B. auch Mohnöl.

 

P

Palladiomotiv:

Fenstermotiv, bei welchem zwei schmale Öffnungen von einem Gebälk abgeschlossen werden. Sie werden jeweils von einem breiten, auf Säulen ruhenden Bogen überbrückt. Es handelt sich um einen Kreisbogen im gotischen Maßwerk. Nach der Zahl der durch Nasen getrennten Bögen unterscheidet man drei-, vier-, vielpaßige Palladiomotive.

 

Peondentif:

(Hängezwickel) Sphärisches Dreieck, das vom Quadrat des Grundrisses zum Kreis der Kuppel überleitet.

 

Peristyl:

Säulenhalle, die ein Bauwerk oder einen offenen Hof umgibt.

 

Pfeiler:

Freistehendes Stützglied aus Mauerwerk, das mit keiner Säulenordnung verbunden sein muß und meist rechteckig oder polygonal im Grundriß ist.

Pfette: Parallel zum Dachfirst verlaufender Balken im Dachstuhl zur Unterstützung der Sparren.

 

Pianonoteile:

(Beletage) Hauptgeschoß, meist das erste Stockwerk über dem Erdgeschoß mit den Repräsentationsräumen. Pilaster Im Gegensatz zum freistehenden Pfeiler ein Wand- oder Halbpfeifer; stimmt in der antiker Baukunst mit der vorgegebenen Säulenordnung überein.

 

Pigmente: 

Im Gegensatz zu den meist wasserlöslichen Farbstoffen sind Pigmente immer wasserunlöslich und liegen in Form von sehr kleinen Kristallen vor. Je kleiner diese sind, um so höher ist die Farbstärke des Pigments. Die Farbstärke ist das Maß für die Fähigkeit eines Pigments, die Farbe eines anderen Stoffes zu verändern. Die optimale Kristallgröße liegt zwischen einem Fünfhundertstel und einem Zweitausendstel Millimeter.

 

Piloten:

Pfeiler oder Stützen, die ein Bauwerk so tragen, daß es erst in der Höhe des ersten Stockes beginnt.

 

Plinthe:

Die Unterlagsplatte der Basis eines Stützgliedes oder einer Wand. Podium Der erhöhte Unterbau eines Tempels oder anderen Baus, auch eine durchlaufende Säulen tragende Basis oder Plinthe.

 

Portikus:

Von Säulen getragener, überdeckter Vorbau an der Haupteingangsseite.

Pronaos: Portikus des griechischen Tempels.

 

Propyläen:

Toranlage eines umschlosserten griechischen Tempelbereichs.

 

Pteron:

Säulenumgang des griechischen Tempels, meist mit Steinplatten belegt.

Q

Quader-Mauerwerk:

Mauerwerk aus regelmäßig behauenen, allseitig glatten Werksteinen Quadersteine, ital. bugna.

 

Querschiff:

(Querhaus) Der zwischen Langhaus und Chor eingeschobene Querbau, durch den der Kirchengrundriß die Form eines lateinischen Kreuzes erhält.

 

Renaissance:

"Naissance" - ist die Geburt. Geboren wurde Venus - aus wildem Meeresschaum. Herangespült, in einer beachtlich voluminösen Muschel. Die ganze Szenerie in Öl auf Leinwand fixiert von Sandro Boticelli um 1478 n. Chr.
Neben dieser im ganzen recht attraktiven Dame wird noch etwas anderes, Übergeordnetes, geboren. Und zwar geboren aufs Neue - Renaissance - die Wiedergeburt - und gemeint ist damit die Wiedergeburt der Antike. Im speziellen ist es die römische Antike, welche Vorbild für den neuen Kunststil wird.

Während im europäischen Nordwesten mittelalterlich-düster gregorianische Choräle durch die Kirchen hallen und sich der Hufschlag schwerer Streitrösser am Mauerwerk gotischer Spitzbögen bricht, finden die Herrscherfamilien Italiens, allen voran das Haus Medici, rasches  Gefallen an der Anmut der neuen Stilistik.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rippengewölbe:

Gewölbe, bei welchem die Rippen ein Traggerüst bilden, zwischen welches die lastende Gewölbeschale als eine Art Membran (Kappe) gespannt ist.

Rollwerk: Beschlagwerk

 

Romanik:

Mit den ottonischen Königen und Kaisern, welche ihr Stammgebiet in Sachsen hatten, kam es zu einem ersten wirklich eigenständigen Baustil auf deutschem Boden, der Ottonik (ungefähr 950 - 1024 n. Chr.)

                 

Diese Vor- oder Grundstufe der Romanik zeigt im Kirchenbau noch kaum eine Einwölbung der Innenraumdecken. Wie bei der Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode findet sich im Hauptschiff noch eine flache Decke auf hölzernen Stützbalken. Noch ohne Einwölbung des Hauptschiffes, zeigt dieser über 1.000-jährige Bau bereits viele wesentliche Merkmale der Romanik: zwei Chorräume, einer im Osten und einer im Westen sowie eine Doppelturm-fassade. Basilika-Bautyp mit einem Haupt- und einem Querschiff sowie zwei an das Hauptschiff angeschmiegte Seitenschiffe.
Den ottonischen Herrschern folgten die Salier. Und diesen folgten die Kaiser aus dem Adelshaus Hohenstaufen - in der Zeit um 1030 bis 1200 n. Chr. Der gesamt-architektonische Grundeindruck: einfach, klar, mächtig - die Mauern, kraftvoll - die Formen, in sich ruhend, einfach - ungehobelt und grob in “Bewegung” und die Ausdrucksweise?  Keinesfalls verschoben und idealistisch wirkt dieser Architekturstil. Seine Wirkung ist die eines Pragmatikers, welcher die Welt so nimmt wie sie ist - und der sich darin arrangiert.

Der Besucher wird beim Eintritt in eine romanische Kirche unmittelbar von einem Gefühl der Geborgenheit, der Sicherheit und inneren Ruhe umfangen.

Wie aber sieht die ungeschminkte Realität im romanischen Mittelalter aus? Das einfache Volk, Bauern und Handwerker, spielen die graue Rolle der Statisten. Als Untergebene und Leibeigene versorgen sie die Mächtigen mit ihren mühevoll erwirtschafteten Erzeugnissen. Aus heutiger Sicht wurden Menschen wie Vieh gehandelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Romantik:

Nirgendwo kommt der Bruch zwischen menschlichem  Verstandesdenken einerseits und sehnsuchts-geleiteter Gefühlswelt auf der anderen Seite stärker zum Ausdruck als in der Romantik. Möglicherweise ist es überhaupt erst ein Einfall der Romantik, ein Gegensatzpaar von Gefühl und Versand  zu errichten - und dieser  Gegensatz-Definition für die Zukunft faktische Bestandeskraft zu verleihen.

Als kitschig werden manchmal die Bilder von Caspar David Friedrich bezeichnet (ungeachtet der heute erzielbaren Gemälde-Preise). Die zusammengetragenen Märchen der Gebrüder Grimm stehen zudem für das zweite Merkmal dieser Zeit, etwas das man heute als düster bezeichnen könnte: Das Schwelgen im Dunklen, Geisterhaften.

 

Romantik als Unbehagen an der Moderne, Unbehagen am Fortschritt und Unbehagen am ewigen Wechsel, Erschöpfung an der schneller werdenden Zeit. Positiv ausgedrückt: Romantik als Sehnsucht nach dem Höheren, nach dem Ewigen, Bedürfnis nach dem Bleibenden. Diese Romantik begleitet als Gegner und Verweigerer die technischen, biologischen und medizinischen Fortschrittserfolge des gesamten 19. Jahrhunderts.(1800 - 1900 n. Chr.). In den Kunstfeldern der Musik und der Architektur wird ihr Geist erst mit einer großen Ernüchterung sterben: dem Beginn des ersten Weltkrieges 1914.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie drückt sich nun der romantische Zeitgeist des 19. Jahrhunderts architektonisch aus?

Um 1800 n. Chr, als fast unmittelbarer Gegenbewegung zum Klassizismus, findet sie zunächst gar keinen architektonischen Ausdruck. Auch nach dem Wiener Kongress 1815, der für das 1806 aufgelöste “Heilige römische Reich deutscher Nation” eine mittelalterlich anmutende Kleinstaaterei zementierte, hatte das keinen dingfest zu machenden Impuls auf eine romantische Architektur.

 

Der Biedermeier-Stil, der im deutschen Vormärz (Märzrevolution 1830) “angesagt ist”, wird nur in der Innenarchitektonik wirksam: Möbel, Malerei.

Erst mit dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 bzw. mit der Bismarckschen Gründung des “Deutschen Reiches” schienen die geistigen Vertreter der Romantik eine endgültige Vorstellung dessen zu haben, was ihnen auf dem Gebiet der Architektur vorschwebte. Der preußisch-deutsche Sieg gegen die französischen Truppen und die Reichsgründung bewirkten im Nu Wohlstand und hohe Finanzkraft breiterer Großbürgerschichten. Fabrikanten, Bankleute und Professoren begannen, ihre eigenen “Schlösser” errichten zu lassen. Dabei schien die gesellschaftliche Macht-Avangarde ihrem eigenen Fortschritt zu mißtrauen.

 

Rokoko:

Das Rokoko, ungefähr zwischen 1720 und 1780 als Spätphase des Barock auftretend, entwickelt die Epoche des Barock vor allem im Dekorations- und Malereibereich weiter. Die Weichzeichnergemälde von Boucher,  Fragonard  und Watteau zeugen heute aus dieser Zeit.

Während die pompöse Wuchtigkeit der Barockbauten zunächst erhalten bleibt, verändern sich die Zierelemente dieser Bauten, im Innen- und auch im Außenbereich.

 

 

 

 

Wo sich im schweren Barock die Zierbänder noch streng geometrisch zu Schnecken-Voluten rollen, werden Fenster- und Türeinfassungen und die Mittelrisalite der Schlösser während des Rokoko vom  unregelmäßigen Element der Rocaille umtanzt und umflossen. Von diesem Zierelement der Rocaille, was soviel heißt wie “Geröll”, “angehäufte Steinchen”, “Grottenwerk” oder “Muschelwerk”, leitet sich auch der deutsche Epochenname Rokoko ab.

 

So spielerisch verträumt, wie das Rokoko in den Pastelltönen seiner Gebäude und seiner Gemälde daherkommt, möchte man sich von der leichtfüßigen Träumerei gern einspinnen lassen. Und genau dies schien der Adelsstand jener Zeit zu tun. Und blendete dabei wohl auch den Umstand weg, daß die Zeichen der Zeit längst auf Sturm standen.

Die Privilegien der Adelsgesellschaft, die man seit den  mittelalterlichen Zeiten bewahrt hatte, wurden mit dem wachsenden technischen Fortschritt in Frage gestellt. Kurze Zeit später, mit dem Auftakt der Französischen Revolution im Jahre 1789, wurde die verzärtelte Lieblichkeit einer degenerierten Adelsgesellschaft durch den Aufstand des erstarkten Bürgertums bestraft.

 

Rose (Fensterrose):

Mit Maßwerk gefülltes Rundfenster im Giebelfeld gotischer Kathedralen. Rotunde Zentralbau oder Raum über kreisförmigem Grundriß.

 

Rustika:

Mauerwerk aus grob behauenen Buckelquadern (Bossen).

R

 

Sattelwalmdach:

Dach mit Fußausläufen an den Giebelseiten.

 

Säule:

Ein im Querschnitt kreisförmiges senkrecht stehendes Stützglied, das sich meist nach oben leicht verjüngt und in der Regel aus Basis, Schaft und Kapitell besteht.

 

Säulenordnung:

Eines der fünf antiken Architektursysteme, bei denen Säulen, Kapitelle, Architrave und Gesims aufeinander abgestimmt sind.

 

Schildbogen:

Längs verlaufender Gurtbogen (Längegurt). Sechsteiliges Gewölbe Durch zwei Dia- und eine Querrippe unterteiltes Schlußstein

 

Schneuß:

(Fischblase): Spätgotische Maßwerkfigur mit zwei Nasen, zum Zwei-, Drei-, Vier- oder Vielschneuß zusammengesetzt.

 

Seitenschiff:

(Abseite) Parallel zum Mittelschiff verlaufender durch Säulen- oder Pfeilerstellungen abgetrennter Raumteil einer Kirche.

 

Spannweite:

lichte Weite eines Raumes (ital: campata)

 

Stichbogen:

(auch Flach-, Segmentbogen) Rundbogen, der kleiner als ein Halbkreis ist.

 

Stoa:

Freistehende langgestreckte Kolonnade in der griechischen Baukunst.

 

Strebepfeiler:

Ein nach unten verbreiteter Mauervorsprung an der Außenwand (einfacher Strebeüfeiler) oder der Pfeiler im gotischen Strebewerk.

 

Strebewerk:

Stützsystem, bei dem Strebebögen (Schwibbögen) Gewölbeschub und Dachlast auf Strebepfeiler außerhalb des Bauwerks übertragen. In der Spätgotik sind diese Pfeiler oft auch nach innen gesteilt.

 

Stuck:

Gut formbares Gemisch aus Gips, Kalk und Sand für plastische Wanddekorationen.

 

Stützwechsel:

Wechsel von Pfeilern und Säulen im Mittelschiff romanischer Basiliken.

 

Stylobat:

Oberster Teil der Krepis des griechischen Tempels.

 

Surrealismus:

Ein erstmals 1917 von Apollinaire verwendeter Name für eine künstlerische Richtung, welche auf das "Überwirkliche" abzielt. Mitbegründer des Surrealismus wurde Breton (Dadaismus gegen 1919 in Paris). Der Surrealismus sucht im Anschluß an die Psycholanalyse Freuds die eigentliche Wirklichkeit des Menschen im Unbewußten sowie in unverwerteten Traum- und Rauscherlebnissen. Der entsprechende dichterische Akt spiegelt sich im passiven Niederschreiben von unbewerteten und unverfälschten Gedanken-Aneinanderreihungen wider. Die bekanntesten Maler dieser Richtung sind: Max Ernst, Klee, Tanguy sowie Dalí, Miro, Magritte, Picasso, Ray und Chiric.

S

 
 

T

Tambour:

Im Grundriß runder oder polygonaler Unterbau einer Kuppel. Thermen Öffentliche Badeanlagen im antiken Rom.

 

Tapeten - Bestellung über den Webshop

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Leinwände müssen mindestens Abmessungen von 40 cm x 30 cm aufweisen

 

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  • Hochwertige, digital bedruckte Vliestapete, zentimetergenau zugeschnitten

  • Bestellbare Mindestgröße (Breite x Höhe) 139,5 cm x 100 cm

  • Detailgenaue Bildschärfe, getreue Farbwiedergabe, lang anhaltende Farbfrische

  • Einfach zu tapezieren: Tapete wird trocken an die mit handelsüblichem Kleister bestrichene Wand geklebt

  • In trockenem Zustand rückstandslos abziehbar, kann mehrmals verwendet werden

  • Grammatur: 150 g/Quadratmeter

  • Bahnbreite: 46,5 cm

  • Nach DIN 4102 B1 schwer entflammbar

 

6. Wer betreibt den Tapetenshop?

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7. Haben Sie eine Anleitung zur Tapeten-Anbringung?

Vliestapeten sind sehr praktisch zu handhaben. Anders als früher benötigt man keinen Tapeziertisch mehr, da der Kleber nur noch auf die Wand aufgetragen werden muss. Das Einweichen der Tapete entfällt. Zudem können die einzelnen Vliestapetenbahnen direkt nebeneinander geklebt werden und müssen sich nicht überlappen.

Vliestapete ist formstabil, damit verzieht sie sich nicht und ist leichter   anzubringen.


Hier finden Sie zudem ein PDF, dass die Tapeten-Anbringung erklärt.

 

8. Mit welchen Lieferzeiten ist bei Tapetenbestellungen zu rechnen?

Die Tapeten und Leinwände werden nach der Bestellung individuell für Sie 
hergestellt. Die Lieferzeit beträgt innerhalb Deutschlands zwischen 5 und 7 Werktagen. Die Lieferkosten werden pauschal berechnet.

Sie können jedoch bei einer Sammel- oder Großbestellung Verpackungs- und
Versandkosten sparen. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass Bestellungen
nachträglich nicht zusammengefasst werden können. Sobald Ihr Geld bei uns
eingegangen ist, wird Ihre Bestellung umgehend verschickt.

 

 

Toskanische Ordnung:

Römische Variante der dorischen Ordnung. Traufe Waagrechte Kante eines Dachvorsprungs an der Langseite des Dachs, parallel zum First.

 

Triforium:

Arkadenlaufgang (oder Blendarkaden) unterhalb des Obergadens.

 

Triglyph:

Gerillte Steinplatte zwischen den Metopen im dorischen Fries.

 

Trompe:

Halbhohlkegelförmiges Bauglied, das vom Grundrißquadrat einer Kuppel zum Oktogon überleitet.

 

Tympanon:

Giebelfeld eines griechischen Tempels oder Bogenfeld über mittelalterlichem Portal.

 

U / V

Unechter Bogen:

Bogen, der durch Vorkragen der Steine entsteht.

 

Unechtes Gewölbe (Kraggewölbe):

Gewölbe, das auf demselben Prinzip beruht wie der unechte Bogen.

 

Venezianisches Fenster:

Synonym für Palladiomotiv.

 

Vierung:

Raumteil einer Kirche, der durch die Kreuzung von Langhaus und Querhaus entsteht.

 

Volute:

Spiral- oder Schneckenform an Kapitellen, Konsolen und Gesimsen.

 

W

Wandelgang (it: ambulacro):

ein nicht besonders lang ausgebildeter Gang.

 

Westwerk:

Turmartiger Vorbau karolinkischer und romanischer Kirchen.

 

Widerlager:

Festes Mauerwerk, das dem seitlichen Schub eines Bogens, Gewölbes oder einer Stützmauer entgegenwirkt.

 

Wimperg:

Giebelförmige Bekrönung gotischer Fenster, Portale usw. Zentralbau Baukörper, dessen sämtliche Achsen gleich lang sind.

 

X  Y  Z

Zisterzienser:

Orden nach den Regeln der Benediktiner lebend, gegründet vom Hl. Robert von Cîteauy (Frankreich) um 1098.

 

Zwergengalerie:

In der Außenmauer ausgesparter Laufgang mit kleiner Bogenstellung und zierlichen Säulen. Beispiel: S. Miniato al Monte (Florenz)

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Zwickel:

Dreieckiges Verbindungsstück zwischen zwei Bögen oder Bogen und Wand.