Galerie: Im Hausbau längerer, erhöhter, einseitig offener Gang; im romanischen Kirchenbau schmaler Laufgang am Außenbau (Zwerggalerie); im Schloßbau des 17./18. Jh.s prunkvoller Festsaal.

Gebälk: Oberer Teil einer Säulenordnung, bestehend aus Architrav, Fries und Kranzgesims.

Gebälkarchitektur: Baukunst, die, wie etwa die griechische, auf dem Prinzip von Stütze und Last beruht, im Gegensatz zur Bogenarchitektur.

Gewölbe: Gekrümmte Raumdecke aus Natur-oder Backstein.

Gopuralm: Kunstvoll gestalteter Torturm südindischer Tempel. Griechisches Kreuz Kreuz mit Armen gleicher Länge.

Gobelin: Gewebter Wandteppich, welcher nach der Färberfamilie "Gobelin" aus Paris benannt wird. 1662 wurde im Haus des Färbers Gobelin die königliche Manufaktur gegründet, welche große, zumeist farbenfrohe, Wandteppiche nach Entwürfen von Ch. Lebrun und anderen Künstlern fertigte. Der Name wurde später verallgemeinert, so nennt man auch Wandteppiche aus Brüssel etc. Gobelins.

Gotik: Im Gegensatz zu den vielen bodenständig fest wirkenden Gebäudetypen der Romanik recken sich die gotischen Nutz- und Sakralbauten weit in die Höhe. Himmelstürmende Kathedralen.  Selbst die Teilgebäude der Burgen - eigentlich Nutzbauten mit einem militärischen Zweck nach außen hin - wachsen jetzt ganz modebewußt mit schlanker Wirkung nach oben. Die Burgmauern sind keineswegs dünner geworden. Aber zumindest bei den Höhenburgen bieten die als Burgplatz gewählten Felskegel keine Ausbreitungsmöglichkeit. Was nicht in die Breite gehen darf, reckt sich eben nach oben. Und da oben weht der Wind etwas kräftiger. Glas ist ein teures Luxusgut. Durch die schmalen Fensteröffnungen zieht es wie Hechtsuppe. Nur die Kemenaten bieten etwas höheren Lebenskomfort. Sie liegen, von Bergfried und Außengebäuden beschützt, im sicheren Innenbereich der Burg. Hier läßt sich die gesellschaftliche Erhobenheit nicht durch eine Berglage des eigenen Hauses demonstrieren. Demgemäß haben die Burgherren weniger Macht. Aber das mögen Sie durch einen besseren Wohnkomfort ausgeglichen haben. Den ersten Schutz gegen Angreifer bietet bei einer solchen Niederungsburg der Wassergraben. Heute schützt das Wasser dieses Grabens nicht mehr vor militärische Angreifern. Es schützt vielmehr den Fortbestand der Gebäudemauern. Diese stehen nur teils auf einer Motte (= einer frühmittelalterlichen Erdanhäufung zur Erhöhung des Burgareals). Vor allem im Außenbereich, direkt am Wassergraben wurden vielfach Holzbohlen und Stämme als Fundament-Grundlage verwendet. Fällt der Burggraben nun trocken oder ist das Wasser des Grabens zu sauerstoffreich, beginnt das uralte Holz zu faulen. Das Fundament kann damit wegbrechen - und mit ihm die steinernen Zeugnisse der Vergangenheit. Aus dem bäuerlichen Bereich ist heute praktisch kein nennenswerter Steinbau mehr erhalten. Und die bis heute erhaltene Fachwerkgotik der Dörfer läßt sich schnell abzählen. Möglicherweise war es ein Privileg der Herrschenden, mit Stein zu bauen. So jedenfalls hätte der Mangel an bäuerlichen Steinbauten aus der Zeit der Gotik schnell eine Erklärung gefunden.



Gurtbogen (Gurt)
: Verstärkungsbogen, der zugleich die Gliederung eines Gewölbes in Joche betont, verläuft quer zur Hauptrichtung des Gewölbes.